Louisa Clement. Zwischenstände

In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Konrad Fischer zeigt Louisa Clement konzeptuelle Arbeiten, Videos, Objekte und Skulpturen, die sich mit der Unsicherheit des Ist-Zustandes beschäftigen. Der Titel Zwischenstände markiert die Vorläufigkeit einer jeden Form und Konstellation, die Louisa Clement in ihren Arbeiten untersucht. Im Zentrum der Ausstellung steht eine neue, großformatige Skulptur, die sich mit der Frage nach Schutz, bzw. dem subjektiven Empfinden von Sicherheit und Bedrohung auseinandersetzt. Einem begehbaren Kokon ähnlich, bietet die Skulptur Unterschlupf und damit vermeintliche Sicherheit, liefert jedoch gleichzeitig das Gefühl der Isolation. Es handelt sich bei dem Material um eine semitransparente Membran, die die Sicht zwar verschleiert, jedoch Umrisse erkennbar lässt. Eine klare Abgrenzung, aber keine vollständige Abkapselung. Es wird deutlich, dass Unsicherheit vor allem aus einem Empfinden erwächst, und weniger auf messbare Kriterien zurückzuführen ist. Dies gilt im politischen, wie auch im sozialen Leben, in der analogen wie auch in der digitalen Welt. Mit diesem Aspekt setzen sich die Videos aus der Serie Not lost in you auseinander, in denen es um die Authentizität virtuellen Erlebens geht. Zögernd, tastend streicht eine Hand über einen künstlichen geschaffenen Körper, den Avatar. Der eng anliegende Handschuh verhindert die direkte Berührung, das unmittelbare Empfinden und schafft bei aller Nähe und beinahe erotischer Interaktion dennoch deutliche und kühle Distanz.

 

Um bewusste und unbewusste Kommunikation und geht es bei der Serie Mirrors, die die spiegelnden Oberflächen von Sonnenbrillen reproduziert und den visuellen Kontakt verunmöglicht, in dem der Blick nicht erwidert, sondern lediglich reflektiert wird. Es handelt sich um eine Situation, die Uneindeutigkeit produziert, ja bewusst provoziert. Das Bild in seiner Abbildfunktion wird damit auf eine Weise zur Diskussion gestellt, die weniger auf die Kunstgeschichte als vielmehr auf unsere Alltagskultur rekurriert: Wie stellen wir uns dar, was tragen wir nach außen, welche Signale werden gesendet und wie werden sie aufgenommen? Mit der visuellen Oberfläche der digitalen Realität beschäftigt sich die Serie Ladefehler, bei der es sich nur im weitesten Sinne um fotografische Arbeiten handelt. Es sind Screenshots von Bild- und Textsuchanfragen, die sich im unfertigen Zustand befinden, wenn das digitale Gerät, in diesem Fall das iPhone, an die Grenzen seiner Rechenleistung gelangt. Hier werden einerseits Grenzen vermittelt, an die man auch in der schier unbegrenzt großen Welt der Daten immer wieder stößt, kleine Fehler, die die Illusion der Perfektion stören. Zum anderen thematisieren die Ladefehler die Ästhetisierung des digitalen Alltags, die schnell zum kollektiven Gemeinwesen wird und Bilder produziert, die alle kennen und deuten können – zumindest so lange, bis das nächste Update eine neue Benutzeroberfläche kreiert und eine andere ästhetische Erfahrung prägt.

Louisa Clement, still not lost in you I Louisa Clement, 2016

Louisa Clement, not lost in you 4 stil, 2017

Louisa Clement, Ansicht Flashes Rundgang, 2015

Louisa Clement. Zwischenstände

In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie Konrad Fischer zeigt Louisa Clement konzeptuelle Arbeiten, Videos, Objekte und Skulpturen, die sich mit der Unsicherheit des Ist-Zustandes beschäftigen. Der Titel Zwischenstände markiert die Vorläufigkeit einer jeden Form und Konstellation, die Louisa Clement in ihren Arbeiten untersucht. Im Zentrum der Ausstellung steht eine neue, großformatige Skulptur, die sich mit der Frage nach Schutz, bzw. dem subjektiven Empfinden von Sicherheit und Bedrohung auseinandersetzt. Einem begehbaren Kokon ähnlich, bietet die Skulptur Unterschlupf und damit vermeintliche Sicherheit, liefert jedoch gleichzeitig das Gefühl der Isolation. Es handelt sich bei dem Material um eine semitransparente Membran, die die Sicht zwar verschleiert, jedoch Umrisse erkennbar lässt. Eine klare Abgrenzung, aber keine vollständige Abkapselung. Es wird deutlich, dass Unsicherheit vor allem aus einem Empfinden erwächst, und weniger auf messbare Kriterien zurückzuführen ist. Dies gilt im politischen, wie auch im sozialen Leben, in der analogen wie auch in der digitalen Welt. Mit diesem Aspekt setzen sich die Videos aus der Serie Not lost in you auseinander, in denen es um die Authentizität virtuellen Erlebens geht. Zögernd, tastend streicht eine Hand über einen künstlichen geschaffenen Körper, den Avatar. Der eng anliegende Handschuh verhindert die direkte Berührung, das unmittelbare Empfinden und schafft bei aller Nähe und beinahe erotischer Interaktion dennoch deutliche und kühle Distanz.

 

Um bewusste und unbewusste Kommunikation und geht es bei der Serie Mirrors, die die spiegelnden Oberflächen von Sonnenbrillen reproduziert und den visuellen Kontakt verunmöglicht, in dem der Blick nicht erwidert, sondern lediglich reflektiert wird. Es handelt sich um eine Situation, die Uneindeutigkeit produziert, ja bewusst provoziert. Das Bild in seiner Abbildfunktion wird damit auf eine Weise zur Diskussion gestellt, die weniger auf die Kunstgeschichte als vielmehr auf unsere Alltagskultur rekurriert: Wie stellen wir uns dar, was tragen wir nach außen, welche Signale werden gesendet und wie werden sie aufgenommen? Mit der visuellen Oberfläche der digitalen Realität beschäftigt sich die Serie Ladefehler, bei der es sich nur im weitesten Sinne um fotografische Arbeiten handelt. Es sind Screenshots von Bild- und Textsuchanfragen, die sich im unfertigen Zustand befinden, wenn das digitale Gerät, in diesem Fall das iPhone, an die Grenzen seiner Rechenleistung gelangt. Hier werden einerseits Grenzen vermittelt, an die man auch in der schier unbegrenzt großen Welt der Daten immer wieder stößt, kleine Fehler, die die Illusion der Perfektion stören. Zum anderen thematisieren die Ladefehler die Ästhetisierung des digitalen Alltags, die schnell zum kollektiven Gemeinwesen wird und Bilder produziert, die alle kennen und deuten können – zumindest so lange, bis das nächste Update eine neue Benutzeroberfläche kreiert und eine andere ästhetische Erfahrung prägt.