Monika Baumgartl, Ilona Weber

  • Künstler:
    Monika BaumgartlIlona Weber
  • Datum:
    16. bis 25.2.2018
  • Ort:

Monika Baumgartl benutzt Fotografie als Vehikel eines neuen Sehens oder Einsehens, und weil es (noch stets) Zeit ist, die Welt aus starren Einseitigkeiten heraus zu holen und von diversen Perspektiven aus zu sehen.
Sie zeigt ein Objekt seriell, in zeitlicher Bewegung, in Phasen, nimmt visuelle Zeitdehnung vor, lässt es wachsen. Serielle Fotografie und Langzeitbelichtungen, fotografische Formate, die Möglichkeiten des Sehens sozusagen hinter dem Sehen oder das Sehen der anderen Seite demonstrieren. Da werden Prozesse sichtbar, die vorher rational verdrängt, still, sozusagen im Verborgenen (ver)blühten, vom Alltag geschluckt, von geschäftiger Normalität überdeckt. Oder sie wurden in blinden Gewohnheiten zur Tapete, damit ignoriert, übersehen, unsichtbar. Schon dadurch, dass viele ihrer Arbeiten mit Licht in schwarzen Grund gesetzte Zeichen und Zeichnungen sind, sagt sie a n d e r e S e i t e. Sie bringt Licht ins Dunkel, nimmt Licht als Mittel der Zeichnung, die sich weiß in dunkle Flächen schreibt. Monika als Pionierin künstlerischer Phasenfotografie und entsprechender Langzeitbelichtungen. Scoutfrau mit dem Mut und der Einsamkeit jener, die unbekanntes Terrain betreten.
Textauszug aus: Karl Krüll Z e i t S t i l l s zur Kunst von Monika Baumgartl 2017

 

Ilona Weber malt mit den Mitteln der Fotografie. Ausschließliches Sujet ist die Farbe im lichthellen Raum. Künstlich, mithin signalhaft und im nächsten Moment ganz zart, erscheint sie als Zueinander fetzenartiger Flächen oder in Folgen verfließender Striche und Fasern, die ihrerseits deckend neben weiteren farbigen, in sich nuancierten Partien liegen. Mitunter nehmen volumenhafte Körper große Teile des ansonsten leeren Bildraumes ein. Die Größe, das Verhältnis zum Bildausschnitt und die Wesenhaftigkeit der Partikel bleiben indes ungeklärt. Die Farben signalisieren Veränderung und Dynamik. Sie kippen bogenförmig nach vorne oder schieben sich von den Rändern herein. Verdichtung und Auflösung ereignen sich gleichzeitig. Das Klima wechselt von Bild zu Bild. Mitunter hitzt sich das Geschehen auf, wirkt hochdramatisch, dann wieder liegt eine große, meditative Ruhe vor. Fläche und Raum, Vordergrund und Bildtiefe verschmelzen.

 

Natürlich erlauben, ja, provozieren diese Bilder Assoziationen. Zu denken wäre an Tusche, die sich ganz allmählich im Bild auflöst oder – konkret, dinglich – an die Fauna und Flora der Tiefsee, dort wo sich jedes Maß relativiert. Die glühende Gestimmtheit der Szenarien kennzeichnet eine ausgesprochene Sinnlichkeit und dabei sind die Farbtöne in ihrer gesättigen Anwesenheit und ihrem wie ausgebleichten Entzug in einer fragilen Balance verfangen.

 

Tatsächlich ist die Farbe passiv, stillgelegt. Aber die streifende (intuitive, andererseits versierte und von Mal zu Mal variierende) Bewegung der Fotokamera von Ilona Weber über farbige Flächen und Gegenstände vermittelt eine vibrierende Dynamik in einem liquiden Fluidum. Alles bleibt in der Schwebe, wird wieder unserer Wahrnehmung überantwortet. Vor allem kann man bei diesen Fotografien eines: Sehen lernen, ein neues, bereicherndes Gespür für Formen und, losgelöst davon, Farben entwickeln. (Thomas Hirsch)

Monika Baumgartl, Transformation – Bambus, 1982

Monika Baumgartl, New York-Energie, 1978

Ilona Weber, Subkutan, 2017

Ilona Weber, Take a walk on the wild side, 2017

Ilona Weber, Vegane Schweineohren , 2013

Monika Baumgartl, Ilona Weber

  • Künstler:
    Monika BaumgartlIlona Weber
  • Datum:
    16. bis 25.2.2018
  • Ort:

Monika Baumgartl benutzt Fotografie als Vehikel eines neuen Sehens oder Einsehens, und weil es (noch stets) Zeit ist, die Welt aus starren Einseitigkeiten heraus zu holen und von diversen Perspektiven aus zu sehen.
Sie zeigt ein Objekt seriell, in zeitlicher Bewegung, in Phasen, nimmt visuelle Zeitdehnung vor, lässt es wachsen. Serielle Fotografie und Langzeitbelichtungen, fotografische Formate, die Möglichkeiten des Sehens sozusagen hinter dem Sehen oder das Sehen der anderen Seite demonstrieren. Da werden Prozesse sichtbar, die vorher rational verdrängt, still, sozusagen im Verborgenen (ver)blühten, vom Alltag geschluckt, von geschäftiger Normalität überdeckt. Oder sie wurden in blinden Gewohnheiten zur Tapete, damit ignoriert, übersehen, unsichtbar. Schon dadurch, dass viele ihrer Arbeiten mit Licht in schwarzen Grund gesetzte Zeichen und Zeichnungen sind, sagt sie a n d e r e S e i t e. Sie bringt Licht ins Dunkel, nimmt Licht als Mittel der Zeichnung, die sich weiß in dunkle Flächen schreibt. Monika als Pionierin künstlerischer Phasenfotografie und entsprechender Langzeitbelichtungen. Scoutfrau mit dem Mut und der Einsamkeit jener, die unbekanntes Terrain betreten.
Textauszug aus: Karl Krüll Z e i t S t i l l s zur Kunst von Monika Baumgartl 2017

 

Ilona Weber malt mit den Mitteln der Fotografie. Ausschließliches Sujet ist die Farbe im lichthellen Raum. Künstlich, mithin signalhaft und im nächsten Moment ganz zart, erscheint sie als Zueinander fetzenartiger Flächen oder in Folgen verfließender Striche und Fasern, die ihrerseits deckend neben weiteren farbigen, in sich nuancierten Partien liegen. Mitunter nehmen volumenhafte Körper große Teile des ansonsten leeren Bildraumes ein. Die Größe, das Verhältnis zum Bildausschnitt und die Wesenhaftigkeit der Partikel bleiben indes ungeklärt. Die Farben signalisieren Veränderung und Dynamik. Sie kippen bogenförmig nach vorne oder schieben sich von den Rändern herein. Verdichtung und Auflösung ereignen sich gleichzeitig. Das Klima wechselt von Bild zu Bild. Mitunter hitzt sich das Geschehen auf, wirkt hochdramatisch, dann wieder liegt eine große, meditative Ruhe vor. Fläche und Raum, Vordergrund und Bildtiefe verschmelzen.

 

Natürlich erlauben, ja, provozieren diese Bilder Assoziationen. Zu denken wäre an Tusche, die sich ganz allmählich im Bild auflöst oder – konkret, dinglich – an die Fauna und Flora der Tiefsee, dort wo sich jedes Maß relativiert. Die glühende Gestimmtheit der Szenarien kennzeichnet eine ausgesprochene Sinnlichkeit und dabei sind die Farbtöne in ihrer gesättigen Anwesenheit und ihrem wie ausgebleichten Entzug in einer fragilen Balance verfangen.

 

Tatsächlich ist die Farbe passiv, stillgelegt. Aber die streifende (intuitive, andererseits versierte und von Mal zu Mal variierende) Bewegung der Fotokamera von Ilona Weber über farbige Flächen und Gegenstände vermittelt eine vibrierende Dynamik in einem liquiden Fluidum. Alles bleibt in der Schwebe, wird wieder unserer Wahrnehmung überantwortet. Vor allem kann man bei diesen Fotografien eines: Sehen lernen, ein neues, bereicherndes Gespür für Formen und, losgelöst davon, Farben entwickeln. (Thomas Hirsch)