Symposium „Against Photograpy. Reaktivierung und Re-inszenierung fotografischer Archivalien“

Um Anmeldung wird gebeten (0211 8381-204 oder serv[email protected]) – Eintritt frei

 

Programm

 

11.00 – 12.00 Uhr: Rundgang durch die Ausstellung „Akram Zaatari – Against Photography. Eine kommentierte Geschichte der Arab Image Foundation“. Mit Doris Krystof und Annika Plank

 

12.00 – 12.30 Uhr: Valeska Bührer (Berlin). Über die Rolle der Bilder. Akram Zaatari und die Arab Image Foundation.

 

12.45 – 13.15 Uhr: Ilka Becker (Köln). Das Archiv zeigen. Fotografisches Handeln im Ausstellungskontext am Beispiel von Zoe Leonard.

 

13.15 – 14.15 Uhr: Mittagspause im Pardo‘s

 

14.15 – 14.45 Uhr: Mareike Foecking. „platform artialism“ – facebook, twitter, instagram, tinder, snapchat: Autonomie oder Mainstream ? Über neue und transformative Bildarchive in alten Strukturen.

 

15.00 – 15.30 Uhr: Thomas Ruff (Düsseldorf): Das Potenzial gebrauchter Bilder. Gespräch mit Doris Krystof über die Entwicklung der seit 2016 entstehenden Werkserie „Press++“.

 

15.30. – 16.00 Uhr: Diskussion
Moderation: Doris Krystof und Annika Plank

 

Das künstlerische Interesse an der Ästhetik und den Bedingungen des Archivs spielt seit der Moderne eine zentrale Rolle. Sammeln und Archivieren beinhalten eine Vorstellung von der Überwindung der Zeit und bezeichnen somit ein zentrales Motiv künstlerischer Arbeit. Mit der Arab Image Foundation hat der libanesische Künstler Akram Zaatari 1997 in Beirut eine Institution mitbegründet, die halb dokumentarisch, halb künstlerisch operiert und ein unermessliches Reservoir an Amateur- und Studiofotografien aus dem Nahen Osten, Nordafrika und der arabischen Diaspora zur Verfügung stellt.

 

„In einer Region, in der die meisten institutionellen Archive für Privatpersonen kaum zugänglich sind oder während kriegerischer Auseinandersetzungen zerstört wurden, in Ländern, in denen Geschichtsschreibung oftmals durch rigorose Zensur und durch Einschränkung der Pressefreiheit ohne eine kritische Gegenposition bleiben muss, stellt sich die AIF die Aufgabe, eine pluralistische politische Selbstbestimmung zu befördern, an der es gesamtgesellschaftlich im Libanon und vielen anderen Staaten des Nahen Ostens nach wie vor fehlt.“ Mit ihrem Schwerpunkt auf der privaten und kommerziellen Alltags- und Gebrauchsfotografie von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre nimmt die AIF gleichsam Mikrogeschichten in den Blick. „So bewahrt die Stiftung – gewissermaßen Pierre Bourdieus Interesse an den sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie folgend – ein enormes Konvolut persönlicher Erinnerungen, die aufgrund ihrer Subjektivität und der ihr zugeschriebenen Marginalität eigentlich nicht in ein offizielles Archiv gelangt wären.“

 

Als Mitbegründer der Stiftung liegt der Schwerpunkt von Zaataris künstlerischer Praxis in der  Erforschung der AIF-Bestände, die er selbst zusammen mit vielen anderen zu großen Teilen für die Stiftung zusammen getragen hat. Wenn er Fotografien recherchiert, sichtet, auswertet und in seinen Ausstellungen und Buchprojekten reaktiviert und rekontextualisiert, so versteht er dies als archäologische Ausgrabungstätigkeit. Dabei legt er Schicht für Schicht das komplexe Handlungsgefüge der Fotografie frei – ihre ästhetischen, materiellen, technischen, sozialen und politischen Implikationen.

 

Im Rahmenprogramm zu Akram Zaataris Ausstellung „Against Photography. Eine kommentierte Geschichte der Arab Image Foundation“ (18.11.2017 – 25.2.2018) im K21 Ständehaus möchte das eintägige Symposium „Against Photography – Reaktivierung und Re-inszenierung fotografischer Archivalien“ Fragen aufwerfen und diskutieren: Wie lässt sich Fotografiegeschichte erzählen? Und welche? Mit welchen Strategien können Macht- und Kräfteverhältnisse in fotografischen Anordnungen unterbrochen, ausgesetzt oder umgeleitet werden?“ Wie ist die künstlerische Faszination für das Archiv zu erklären? Kann man Erkenntnisse sammeln? Wie verhält sich die künstlerische Reinszenierung historischer Fotografien zur Frage der Autorenschaft? Welche Rolle kommt der Materialität der Fotografie im Zeitalter digitaler Archive zu?

 

Ilka Becker

studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität zu Köln und promovierte über „Fotografische Atmosphären“. Seit 2013 ist sie Gastprofessorin am Institut für Kunstwissenschaft mit den Schwerpunkten Kunst der Moderne und der Gegenwart sowie Wissenschaftlerin am Graduiertenkolleg „Das fotografische Dispositiv“ der HBK Braunschweig.

 

Valeska Bührer

ist Kunstwissenschaftlerin und war von 2012 bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „An den Grenzen der Archive – Neue kunstwissenschaftliche und künstlerische Herausforderungen im Umgang mit Archiven“ an der KHM Köln. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit künstlerischen Techniken der Re-Inszenierung archivalischer Materialien. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Kommunikationsdesign und New Media Studies in Stuttgart und Portsmouth.

 

Mareike Foecking

studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin von Magdalena Jetelova. Sie lehrte an der Hochschule für Künste, Bremen, sowie der Fachhochschule Dortmund und ist seit 2014 Professorin für Fotografie an der Hochschule Düsseldorf. Ihr Forschungsinteresse liegt u.a. auf der Fotografie und ihre verschiedenen Anwendungen und Bildsprachen sowie das Bild im medialen Wandel.

 

Doris Krystof

studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Freiburg und Köln. Seit 2001 ist sie als Kuratorin für Gegenwartskunst an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen tätig und hat die vom Museu d’Arte Contemporani in Barcelona (MACBA) kuratierte Ausstellung von Akram Zaatari in K21 eingerichtet.

 

Annika Plank

studierte Kunstgeschichte, Kunsterziehung und Germanistik in München und Stuttgart. Sie ist seit 2011 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Bildung an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen beschäftigt und hat das Bildungsprogramm zur Ausstellung „Akram Zaatari – Against Photography“ entwickelt.

 

Thomas Ruff

studierte bei Prof. Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er von 2000 bis 2006 selbst als Professor für Fotografie lehrte. Mit zahlreichen internationalen Ausstellungen seit den 1980er Jahren gehört Ruff zu den einflussreichsten Künstlern der Gegenwart. Seine früh entwickelte konzeptionelle Herangehensweise an die Fotografie und deren mediale und ästhetische Konditionen ist von einem starken Interesse an der Geschichte der Fotografie getragen.

Besucher der Ausstellung, im Gespräch mit Akram Zaatari, Foto: Wilfried Meyer

Symposium „Against Photograpy. Reaktivierung und Re-inszenierung fotografischer Archivalien“

Um Anmeldung wird gebeten (0211 8381-204 oder [email protected]) – Eintritt frei

 

Programm

 

11.00 – 12.00 Uhr: Rundgang durch die Ausstellung „Akram Zaatari – Against Photography. Eine kommentierte Geschichte der Arab Image Foundation“. Mit Doris Krystof und Annika Plank

 

12.00 – 12.30 Uhr: Valeska Bührer (Berlin). Über die Rolle der Bilder. Akram Zaatari und die Arab Image Foundation.

 

12.45 – 13.15 Uhr: Ilka Becker (Köln). Das Archiv zeigen. Fotografisches Handeln im Ausstellungskontext am Beispiel von Zoe Leonard.

 

13.15 – 14.15 Uhr: Mittagspause im Pardo‘s

 

14.15 – 14.45 Uhr: Mareike Foecking. „platform artialism“ – facebook, twitter, instagram, tinder, snapchat: Autonomie oder Mainstream ? Über neue und transformative Bildarchive in alten Strukturen.

 

15.00 – 15.30 Uhr: Thomas Ruff (Düsseldorf): Das Potenzial gebrauchter Bilder. Gespräch mit Doris Krystof über die Entwicklung der seit 2016 entstehenden Werkserie „Press++“.

 

15.30. – 16.00 Uhr: Diskussion
Moderation: Doris Krystof und Annika Plank

 

Das künstlerische Interesse an der Ästhetik und den Bedingungen des Archivs spielt seit der Moderne eine zentrale Rolle. Sammeln und Archivieren beinhalten eine Vorstellung von der Überwindung der Zeit und bezeichnen somit ein zentrales Motiv künstlerischer Arbeit. Mit der Arab Image Foundation hat der libanesische Künstler Akram Zaatari 1997 in Beirut eine Institution mitbegründet, die halb dokumentarisch, halb künstlerisch operiert und ein unermessliches Reservoir an Amateur- und Studiofotografien aus dem Nahen Osten, Nordafrika und der arabischen Diaspora zur Verfügung stellt.

 

„In einer Region, in der die meisten institutionellen Archive für Privatpersonen kaum zugänglich sind oder während kriegerischer Auseinandersetzungen zerstört wurden, in Ländern, in denen Geschichtsschreibung oftmals durch rigorose Zensur und durch Einschränkung der Pressefreiheit ohne eine kritische Gegenposition bleiben muss, stellt sich die AIF die Aufgabe, eine pluralistische politische Selbstbestimmung zu befördern, an der es gesamtgesellschaftlich im Libanon und vielen anderen Staaten des Nahen Ostens nach wie vor fehlt.“ Mit ihrem Schwerpunkt auf der privaten und kommerziellen Alltags- und Gebrauchsfotografie von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre nimmt die AIF gleichsam Mikrogeschichten in den Blick. „So bewahrt die Stiftung – gewissermaßen Pierre Bourdieus Interesse an den sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie folgend – ein enormes Konvolut persönlicher Erinnerungen, die aufgrund ihrer Subjektivität und der ihr zugeschriebenen Marginalität eigentlich nicht in ein offizielles Archiv gelangt wären.“

 

Als Mitbegründer der Stiftung liegt der Schwerpunkt von Zaataris künstlerischer Praxis in der  Erforschung der AIF-Bestände, die er selbst zusammen mit vielen anderen zu großen Teilen für die Stiftung zusammen getragen hat. Wenn er Fotografien recherchiert, sichtet, auswertet und in seinen Ausstellungen und Buchprojekten reaktiviert und rekontextualisiert, so versteht er dies als archäologische Ausgrabungstätigkeit. Dabei legt er Schicht für Schicht das komplexe Handlungsgefüge der Fotografie frei – ihre ästhetischen, materiellen, technischen, sozialen und politischen Implikationen.

 

Im Rahmenprogramm zu Akram Zaataris Ausstellung „Against Photography. Eine kommentierte Geschichte der Arab Image Foundation“ (18.11.2017 – 25.2.2018) im K21 Ständehaus möchte das eintägige Symposium „Against Photography – Reaktivierung und Re-inszenierung fotografischer Archivalien“ Fragen aufwerfen und diskutieren: Wie lässt sich Fotografiegeschichte erzählen? Und welche? Mit welchen Strategien können Macht- und Kräfteverhältnisse in fotografischen Anordnungen unterbrochen, ausgesetzt oder umgeleitet werden?“ Wie ist die künstlerische Faszination für das Archiv zu erklären? Kann man Erkenntnisse sammeln? Wie verhält sich die künstlerische Reinszenierung historischer Fotografien zur Frage der Autorenschaft? Welche Rolle kommt der Materialität der Fotografie im Zeitalter digitaler Archive zu?

 

Ilka Becker

studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität zu Köln und promovierte über „Fotografische Atmosphären“. Seit 2013 ist sie Gastprofessorin am Institut für Kunstwissenschaft mit den Schwerpunkten Kunst der Moderne und der Gegenwart sowie Wissenschaftlerin am Graduiertenkolleg „Das fotografische Dispositiv“ der HBK Braunschweig.

 

Valeska Bührer

ist Kunstwissenschaftlerin und war von 2012 bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „An den Grenzen der Archive – Neue kunstwissenschaftliche und künstlerische Herausforderungen im Umgang mit Archiven“ an der KHM Köln. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit künstlerischen Techniken der Re-Inszenierung archivalischer Materialien. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Kommunikationsdesign und New Media Studies in Stuttgart und Portsmouth.

 

Mareike Foecking

studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin von Magdalena Jetelova. Sie lehrte an der Hochschule für Künste, Bremen, sowie der Fachhochschule Dortmund und ist seit 2014 Professorin für Fotografie an der Hochschule Düsseldorf. Ihr Forschungsinteresse liegt u.a. auf der Fotografie und ihre verschiedenen Anwendungen und Bildsprachen sowie das Bild im medialen Wandel.

 

Doris Krystof

studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Freiburg und Köln. Seit 2001 ist sie als Kuratorin für Gegenwartskunst an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen tätig und hat die vom Museu d’Arte Contemporani in Barcelona (MACBA) kuratierte Ausstellung von Akram Zaatari in K21 eingerichtet.

 

Annika Plank

studierte Kunstgeschichte, Kunsterziehung und Germanistik in München und Stuttgart. Sie ist seit 2011 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Bildung an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen beschäftigt und hat das Bildungsprogramm zur Ausstellung „Akram Zaatari – Against Photography“ entwickelt.

 

Thomas Ruff

studierte bei Prof. Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er von 2000 bis 2006 selbst als Professor für Fotografie lehrte. Mit zahlreichen internationalen Ausstellungen seit den 1980er Jahren gehört Ruff zu den einflussreichsten Künstlern der Gegenwart. Seine früh entwickelte konzeptionelle Herangehensweise an die Fotografie und deren mediale und ästhetische Konditionen ist von einem starken Interesse an der Geschichte der Fotografie getragen.